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Heilpflanze Mai 2020 – Beinwell

Beinwell – der Knochendoktor unter den Heilpflanzen

Bereits sein Name lässt darauf schließen, wofür er hauptsächlich verwendet wird, der Beinwell oder „Symphytum offincinale“.
Symphytum kommt aus dem griechischen und bedeutet so viel wie „zusammenwachsen, zugeheilt“ und die deutschen Bezeichnungen „Beinwell“ oder „Wallwurz“ gehen zurück auf das Verb „wallen“, welches „zusammenwachsen“ bedeutet. Außerdem ist „Bein“ eine alte Bezeichnung für Knochen.

Er ist das Mittel der Wahl bei allen Erkrankungen des Bewegungsapparates, von Knochenbrüchen, Prellungen, Stauchungen und Zerrungen über Schleimbeutelentzündungen, Sehnen- oder Sehnenscheidenentzündungen bis zu Arthritiden, Gichtknoten und Thrombophlebitiden oder Nagelentzündungen.

Verantwortlich dafür sind seine Inhaltsstoffe.
Der „Wundallheil“, wie er noch genannt wird ist reich an Allantoin, Schleimstoffen, Gerbstoffen, B-Vitaminen, Kieselsäure sowie Pyrrolizidinalkaloiden. So wirkt er schmerzlindernd, entzündungshemmend, abschwellend, wundreinigend, wundheilend und durchblutungsfördernd.
Allerdings sollten sie ihn nur äußerlich anwenden, da die enthaltenen Pyrrolizidinalkaloiden

 lebertoxisch und kanzerogen wirken können.

Bekanntes Fertigpräparat, in dem Beinwell enthalten ist, ist die Kytta® Schmerzsalbe.

Aber auch die Eigenherstellung einer Beinwellsalbe für den Hausgebrauch ist recht unkompliziert.

Rezept für eine schnelle Beinwellsalbe

500g frische Beinwellwurzeln
70g   Lanolin (Wollfett)
½ l Olivenöl
20 – 25g Bienenwachs

Die Wurzeln vorsichtig waschen, trockentupfen und kleinschneiden.
Das Lanolin durch vorsichtiges Erwärmen schmelzen, dann das Olivenöl einrühren.
Die zerkleinerten Wurzeln zugeben und 30 min. unter ständigem Rühren köcheln lassen (nicht kochen!)
Danach die gesamte Masse mit einer Kartoffelpresse über einem Tuch auspressen.
Bienenwachs durch Erwärmen verflüssigen und in die Salbe einrühren.
Dann in ein Schraubglas gießen und verschließen.

Gekühlt 2 Jahre haltbar.

In vielen Gegenden war und ist die Wallwurz fester Bestandteil der Bauerngärten. Teilweise war sie nicht nur Heilpflanze, sondern auch Bestandteil von Speisen. Eingebacken in Teig wurde sie in der Schweiz als “Chüechli” gegessen. In Ostpreußen bekamen Lungenkranke und Schwindsüchtige Pfannkuchen, gebacken aus frisch gegrabenem Beinwell, Mehl und Honig. Eine wundheilende Wirkung wurde der Pflanze also nicht nur bei Gebrechen des Bewegungsapparates zugesprochen, sondern auch bei inneren Erkrankungen, wie beispielsweise Lungenleiden, Bluthusten, Durchfall und Geschwüren aller Art.

Unabhängig seiner Heilwirkung, eine schöne Gartenpflanze ist er allemal, der “Symphytum”.
Er ist ein Borretschgewächs und bevorzugt feuchte Plätze.
Wenn Sie ihn in Ihrem Garten kultivieren wollen, sollten Sie ihm allerdings einen abgelegenen Platz geben, da er stark wuchert.

Heilpflanze April 2020 – Schlüsselblume

„Wo Schlüsselblumen wachsen, tanzen nachts die Elfen“ – sagen die Indianer!

Einer Legende nach entstand der „Himmelsschlüssel“, wie die Schlüsselblume noch genannt wird, als der Schlüsselbund des Petrus auf die Erde fiel und aus ihm die Schlüsselblume erwachsen ist. Dieser war ihm vor Schreck entglitten, als er hörte, dass Unholde einen Nachschlüssel für die goldene Pforte des Himmels haben anfertigen lassen, um in diesen hineinzugelangen.

Ihr lateinischer Name „Primula veris“ heißt so viel wie: Die erste des Frühlings; und so schließt die Märzblume, wie sie noch genannt wird, das Tor zum Frühling auf.

Die Schlüsselblume zählt zu den Primelgewächsen und man findet sie  vorzugsweise auf feuchten Wiesen. Die ca. 10 cm hohe Pflanze besitzt einen kräftigen, kurzen Wurzelstock, sowie grundständige, längliche bis eiförmige Blätter, die an ihrer Unterseite behaart sind und in Rosettenform angelegt sind. Ihre typischen gelben Blüten sind in Dolden zusammengefasst.

Die Blüten geben einen aromatischen süßlichen Geschmack ab und schmecken besonders gut zum Obstsalat oder im Honig.

Früher behaupteten die Kräuterkundigen, dass man durch den Gebrauch der Wiesen-Schlüsselblumen schön würde. Man glaubte, sie entfernen Falten und Sommersprossen und zusammen mit Leinsamenöl heilen sie Verbrennungen.

Sie wurde wegen ihrer lindernden Wirkung als Antikrampf– und Beruhigungsmittel angewandt. In Gegenden auf dem Land ist der Himmelschlüssel-Wein noch eine hausgemachte Spezialität, obwohl er ursprünglich für die Behandlung von Schlaflosigkeit hergestellt wurde.

 

Hildegard von Bingen ist die Erste, die die Schlüsselblume in ihren Werken erwähnt. Laut der Äbtissin sei die Pflanze warm, weil sie von der Sonne gestärkt werde und sie vertreibe deshalb Schwermut und Melancholie.

 

Heut zählt die Schlüsselblume zu den klassischen Heilpflanzen bei Atemwegserkrankungen.

Sie wirkt als Expektorans (Hustenlöser) bei Erkältungskrankheiten, grippalen Infekten, vor allem bei trockener und chronischer Bronchitis, Keuchhusten und bei Asthma als Antikrampf– und Beruhigungsmittel.

Verwendet werden hauptsächliche die Wurzeln, aber auch Blüten und Blätter können  zu Tee und Tinktur verarbeitet werden .

 

Bekanntestes Fertigpräparat, das “Primula veris” enthält, ist Sinupret®, welches häufig zur Behandlung von Entzündung der Nasennebenhöhlen eingesetzt wird.

 

 

 

Heilpflanze Dezember 2019 – Mistel

Mistel – Wunderpflanze der Druiden

Zur Wintersonnwende, am 21. Dezember, blüht sie die Mistel und widersetzt sich damit allen normale Wachstumsphasen der Natur. Sie ist eine außergewöhnliche Erscheinung in der Pflanzenwelt. Wo andere Pflanzen zum Keimen Dunkelheit brauchen, benötigt sie Licht. Und im Winter, wenn sonst fast alles kahl ist, reifen bei ihr die Früchte.
Die Samen in den Früchten dienen den Vögeln im Winter als Nahrung, weshalb die Mistel auch „Vogelmisterl“ genannt wird und von den Vögeln werden die Samen auch überall hin verbreitet.

Allheilmittel der Kelten

Die keltischen Druiden verehrten das „Hexenkraut“, wie die Mistel noch genannt wird, als Allheilmittel. Sie schnitten sie mit einer goldenen Sichel und fingen sie in einem Tuch auf, weil sie nicht zu Boden fallen durfte. Sie wurde für Zauberrituale genutzt und typischerweise verräuchert man sie zur Wintersonnwende, um Altes, was nicht mehr gebraucht wird, zu transformieren und das Licht zu begrüßen.

Sie wächst auf Laub- und Nadelbäumen und ist ein sogenannter „Halbschmarotzer“, was bedeutet, dass sie ihrem Wirt, dem Baum, auf dem sie wächst, Wasser und Mineralien entzieht. Da die Mistel auf Eichen relativ selten anzutreffen ist, war für die Kelten nichts heiliger, als eine Mistel, die auf einem Eichenbaum wuchs.
Außerdem ist sie eine „Zeigerpflanze“, zeigt sie doch an, wo sich Wasseradern kreuzen und sich Störfelder befinden.

Besondere Wuchsform

Sie scheint, wie schwerelos, im Himmel zu schweben, weshalb sie dem Element Luft zugeordnet wird.

Der runde, annähernd kugelige, immergrüne kleine Strauch verzweigt sich dichasial und seine paarigen Blätter erinnern ein wenig an lustige Hasenohren.

Ihre weißen Früchte sitzen in den Achseln der Zweige und auf die klebrigen Früchte bezieht sich auch ihr lateinischer Name „Viscum album“, wobei „Viscumklebrig bedeutet.  Aus den Früchten wurde traditionell Leim hergestellt, so bereitete beispielsweise Hildegard von Bingen Mistelschleim gegen Leberleiden zu.

Frauenheilpflanze Mistel

Das mondhafte Aussehen der weißen Früchte lassen erkennen, dass es sich bei der Mistel durchaus um eine Frauenheilpflanze handelt. So wird sie unter anderem angewendet bei unerfülltem Kinderwunsch. Auch Myome oder Endometriose fallen in das Behandlungsspektrum der Mistel.

Mistel in der Krebstherapie

Die Mistel hat eine große Heilwirkung, aber da sie leicht giftig ist, sollte sie nicht ohne therapeutische Begleitung angewendet werden.
So wirkt sie immunmodulierend und blutdrucksenkend. Verantwortlich dafür sind vor allem die in ihr enthaltenen Mistellektine. Auch hat sie stoffwechselanregende Eigenschaften und kann bei Arteriosklerose und rheumatischen Beschwerden zum Einsatz kommen. 

Ihre Anwendung in der Krebstherapie geht zurück auf den Anthroposophen Rudolf Steiner.
Er erkannte Parallelen zwischen dem Schmarotzertum der Mistel und einem Krebsgeschwür und war der Meinung man müsse Gleiches mit Gleichem behandeln.
Die Misteltherapie als Begleitbehandlung bei einer Krebserkrankung  ist mittlerweile gut erforscht und es gibt zahlreiche Studien über ihre positive Wirkung.
Mistelpräparate zur Krebstherapie sollten allerdings in Form von Spritzen verabreicht werden und gehören in die Hände erfahrener Therapeuten.

Heilpflanze Juli 2019 – Ackerschachtelhalm

 

 

Zinnkraut“ wird er noch genannt, der Ackerschachtelhalm, weil ihn früher die Menschen auf Grund seiner rauen Oberfläche zum Putzen von  Zinngeschirr verwendet haben.

Überhaupt hat der Ackerschachtelhalm eine lange Tradition, erste Vertreter der Schachtelhalme siedelten bereits vor 400 Millionen Jahren auf der Erde. Damals waren sie allerdings viel größer, nämlich bis zu 30 Meter hoch.

Üppigkeit, Blattfülle oder Blütenpracht sind beim Pferdeschwanz, wie Ackerschachtelhalm noch genannt wird, Fehlanzeige.

Sein lateinischer Name „Equisetum arvense“ lässt auf Aussehen und Standort schließen. „Equus“ – Pferd (man sah in ihm eine Ähnlichkeit mit einem Pferdeschwanz), und „arvense“ – den echten Schachtelhalm findet man auf Äckern und Feldern.
Im Frühjahr wachsen aus einem braunen Sporentrieb an einem Stängel quirlig verzweigte Sprossen in regelmäßiger Anordnung.

 

 

Saturn – Meister der Struktur

Astrologisch ist der Ackerschachtelhalm dem Planetenprinzip Saturn zugeordnet.
Saturn steht für Ordnung, Kargheit, Verantwortung, Pflicht, Ausdauer und Verfestigung.
So soll er uns Struktur verleihen und uns helfen, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Körperlich nimmt Saturn Bezug zum Knochenaufbau.

 

 

 

Tschüss Cellulite

“Equisetum” ist reich an Kieselsäure und Mineralstoffen wie Kalium, Calcium, Magnesium Aluminium, Eisen und Mangan, weshalb er eine stärkende Wirkung auf Bindegewebe, Haut, Harre, Nägel und Skelett aufweiset.
Neben anderen Maßnahmen kann er begleitend bei Osteoporose eingesetzt werden, entweder zur Therapie oder zur Vorsorge.

Durchspülung und Ausleitung

Pfarrer Kneipp nannte den Schachtelhalm „einzig, unersetzbar und unschätzbar“ und setzte ihn bei Erkrankungen der Nieren und Harnwege ein, sowie bei Husten, Bronchial- und Lungenleiden.
Auch bei rheumatischen Erkrankungen und Stoffwechselerkrankungen, wie z.B. Gicht kann man ihn verwenden.

Auf Grund seiner diuretischen und bindegewebsbeeinflussenden Wirkung kann er bei Ödemen hilfreich sein.
Nicht verwenden sollte man ihn bei Ödemen infolge eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit.

Auch Hauterkrankungen sind eine Indikation für den Schachtelhalm.

Man kann ihn äußerlich (Salben, Umschläge) und innerlich (Tee, Tinktur) anwenden.

Gesammelt wird er im Juni und Juli, dann entfaltet er seine größte Wirkung.

 

 

 

Zentrierung bei Endometriose

Eine Frauenpflanze ist „Equisetum arvense“ vielleicht erst auf den zweiten Blick.
Bei Endometriose beispielsweise, die das Thema Zerstreuung in sich trägt, ist der Schachtelhalm angezeigt.
Er hilft Gebärmutterschleimhaut-Versprengungen zu ordnen und zu strukturieren.

Auch Sitzbäder mit Ackerschachtelhalm sind eine gute Möglichkeit auf schwaches Bindegewebe, wie z.B. Gebärmuttersenkung, einzuwirken.

Teerezept bei Endometriose nach Heide Fischer:

Ackerschachtelhalm         30g (strukturierend)
Ringelblume                       15g (entzündungshemmend)
Frauenmantel                    25g (schmerzstillend)
Löwenzahnwurzel             30g (leberfördernd)
Schafgarbe                          20g (hormonausgleichend)

 

Ackerschachtelhalm im Garten

„Was du nicht besiegen kannst, das mache dir zum Freund!“

Viele Hobbygärtner bezeichnen den Schachtelhalm als echte Plage.
Einmal im Garten, wird man ihn nur schwer wieder los.
Seine bis zu zwei Meter langen Wurzelausläufer sind kaum in den Griff zu bekommen.
Sogar durch Pflaster und Mauerritzen kämpft er sich durch.

Ich verwende ihn deshalb als Düngejauche, weil sein Kieselsäuregehalt die Pflanzen kräftigt und vor Pilzen schützt.

Dazu sammle ich etwa 1kg Schachtelhalm, drücke ihn mit einem Stück Holz platt, damit sich seine Struktur öffnet und gieße dann mit 10 Liter Wasser auf.
Ich decke den Ansatz mit einer Gaze ab, stelle ihn an einen sonnigen Platz und rühre alle paar Tage um. Sie können auch etwas Steinmehl dazugeben, um den Geruch zu binden. Nach ca. zwei Wochen ist die Jauche fertig und ich verdünne sie im Verhältnis 1:5 mit Wasser. Ich verwende sie zum Gießen, aber auch um die Blätter, z.B. meiner Rosen, damit zu besprühen.

Übrigens haben auch meine Katzen den Ackerschachtelhalm für sich entdeckt.
Die schlauen Tierchen knabbern immer mal wieder an seinen Halmen, macht wundervoll glänzendes Fell 😉

 

 

Heilpflanze Juni 2019 – Stinkender Storchschnabel

Eine etwas in Vergessenheit geratene Heilpflanze ist der Storchschnabel oder auch stinkender Storchschnabel.
Zur Blütezeit von Mai bis Juli finden wir ihn an lichten Waldrändern oder auf Schotterwegen, aber auch in Mauerritzen und Pflasterwegen folgt er uns zusammen mit Brennnessel und Löwenzahn bis in die Städte.

Sein Aussehen ist eher unscheinbar. Er gehört zur Gattung der Geraniengewächse, worauf sein lateinischer Name „Geranium Robertianum“ schließen lässt. Die etwa 20 bis 50 cm hohe Pflanze besitzt hellrot bis kräftig karminrot gefärbte und oftmals mit hellrotem Streifen versehene Blüten, die zu zweit an einem behaarten Stil stehen. Der Fruchtstand erinnert an einen Vogelkopf und er blüht zur Rückkehr der Störche – weitere Hinweise auf seinen Namen.


Stinkt er oder riecht er?

Beim Zerreiben der Blätter entsteht ein etwas unangenehmer, bocks- oder wanzenähnlicher Geruch, worauf die Namen „Stinkblümli“ oder „Bockskraut“ deuten.
Ich mag seinen herben Geschmack und verwende ihn gerne im Wilkräutersalat zusammen mit Löwenzahn, Giersch, Knoblauchrauke und was der Garten sonst noch hergibt.


Lymphanregend und zur Borreliosebehandlung

Gottesgnadenkraut“ wird er noch genannt, weil die Pflanze im Mittelalter sehr geschätzt wurde wegen seiner Heilwirkung. Bei Hildegard von Bingen findet sie Erwähnung bei unerfülltem Kinderwunsch und Hieronymus Bock empfahl sie als Mittel bei Geschwüren und Wunden.
Sie wirkt stoffwechselanregend und fördert den Lymphfluss. Gute Dienste leistet sie nach Zeckenbiss zur Borreliosetherapie oder –prophylaxe.
Da Geranium Robertianum Gerbstoffe enthält, kann er bei Durchfall eingesetzt werden, ebenso bei Funktionsschwäche von Leber und Galle.

Für medizinische Zwecke nimmt man das Kraut und verarbeitet es zu Tinkturen, Tees und Medizinwein.


Fruchtbarkeitspflanze für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch

Kindsmacher“ wird der Storchschnabel noch genannt, weil er Phytoöstrogene enthält und damit eine wertvolle Frauenpflanze ist.
Vor allem bei traumatisch bedingter Kinderlosigkeit kann er eingesetzt werden, aber auch ohne traumatische Erlebnisse ist er das Mittel der Wahl. Dann werden am besten beide Partner behandelt in Form einer Teekur über mehrere Wochen.
Da der Storchschnabel auch entzündungshemmend wirkt, setzten ihn Hebammen gerne bei entzündeten Brustwarzen während der Stillzeit ein.


Notfallmittel erster Güte

Als „Traumapflanze“ wirkt der Storchschnabel bei akuten Schockzuständen innerhalb von Sekunden. Aber auch zur Behandlung von Blockaden infolge lange zurückliegender traumatischer Erlebnisse, oder begleitend zur Psychotherapie kann er eingesetzt werden.
Und einige Topfen der Urtinkur von Geranium in einer Schale Wasser reinigen die Atmospähre.

Heilpflanze Mai 2019 – Gänseblümchen

Er liebt mich, er liebt mich nicht…

Als Liebesorakel ist das Gänseblümchen auch heute noch bei Kindern bekannt.
Und als Kinderheilmittel wurde es über die Jahrhunderte verwendet.
Gänseblümchenkränze wurden den Kindern unters Kopfkissen gelegt bei Husten, Bauchweh und Blasenleiden.
Auch bei Hauterkrankungen, wie Neurodermitis oder Ekzemen, kann es in Form von Umschlägen hilfreich sein.

Um auf seine Heilwirkung aufmerksam zu machen, wurde es im Jahr 2017 vom Naturheilverein Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres ernannt.
Seine Heilwirkung kann sich durchaus sehen lassen. Maßliebchen, wie es noch genannt wird, enthält Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und etwas ätherisches Öl, woraus sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten ergeben. So wirkt es:

stoffwechselanregend
schleimlösend
entzündungshemmend
abschwellend
wundheilend

 „Wenn du mit einem Fuß auf sieben Gänseblümchen treten kannst, dann ist Frühling“ – heißt es in England. Als Frühlingsanzeiger vertreibt es durch seine stoffwechselanregende Wirkung die Frühjahrsmüdigkeit.

Aufgrund seiner schleimlösenden Wirkung hat es durchaus Berechtigung in Husten- und Erkältungsteemischungen.

Das deutsche Wort erinnert an seinen häufigsten Standort, die Gänseweiden.

„Bellis perennis“, das Gänseblümchen  – was so viel heißt wie ganzjährig schön und sich darauf bezieht, dass der Korbblütler fast das ganze Jahr blüht. Haupterntezeit ist jedoch um den Johannitag (24.Juni), weil die Pflanze dann, auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung, ihre größte Wirkung entfaltet. Geerntet werden Blüten und Blätter, welche als Tee, Mazerat oder Tinktur zur innerlichen und äußeren Anwendung kommen.

Nicht nur hübsch anzusehen ist es, das Tausendschön, wie das Gänseblümchen noch genannt wird. Es symbolisiert auch Widerstandskraft  und Aufrichtung.
Auch wenn es getreten wird, erhebt es sich stets lächelnd auf`s Neue.

Auf emotionaler Ebene stärkt es das Vertrauen ins Leben, bringt in Fluss und hilft beim Loslassen von Überholtem.

 

Als Frauenpflanze zeigt uns das Mutterblümchen seinen Bezug zur Gebärmutter. Es wirkt gebärmuttertonisierend, menstruationsfördernd und entkrampfend, weshalb es bei Stockungen des Menstruationsflusses gute Dienste leisten kann.

Mir macht das Gänseblümchen ein frohes Gemüt und auch Heinz Erhardt hat sich des Gänseblümchens in einem Gedicht angenommen:

Ein Gänseblümchen liebte sehr
ein zweites gegenüber.
Drum rief`s: „Ich schicke mit `nem Gruß
dir eine Biene `rüber!“

Da rief das andere: „Du weißt,
ich liebe dich nicht minder,
doch mit der Biene, das lass sein,
sonst kriegen wir noch Kinder!“

 

Heilpflanze März 2019 – Huflattich

Endlich spitzelt er aus dem Boden und aus Mauerritzen – der Huflattich oder „Tussilago farfara“.

Als erster Blüher des Jahres wird er von mir jedes Frühjahr sehnlichst erwartet.

Zuerst zeigen sich die leuchtendgelben Blütenköpfe, welche an schuppig  behaarten Stengeln sitzen und nach Honig duften. Erst nach der Blüte erscheinen die herzförmigen Blätter,  die an der Unterseite weißfilzig („farfara“) behaart sind.
Er gehört zu den Korbblütlern und seine Blüten erinnern ein wenig an Löwenzahn.

Huflattich dürfte eine der ältesten Heilpflanzen bei Atemwegserkrankungen sein, worauf seine lateinische Ableitung  „Tussis ago“ = „ich vertreibe den Husten“ hinweist.

Schon in der Antike wusste man die Heilwirkung vom „Tabakkraut“, wie er noch genannt wird, zu schätzen. Das Rauchen der getrockneten Blätter war früher weit verbreitet, um Husten und Schweratmigkeit zu heilen. Nach Plinius wurden Huflattichblätter auf Zypressenkohle gelegt und durch einen Trichter eingesogen.

Bei Hieronymus Bock wurde der „Brustlattich“ als Umschlag bei Entzündungen und zur Eröffnung von Abszessen der Brust eingesetzt.

Vor allem die Blätter des Huflattich wirken schleimlösend, weshalb man ihn gut bei Erkältungen der oberen Atemwege, Brochitiden und Asthma als Tee oder Tinktur einsetzen kann.

Allerdings wird momentan von seiner Verwendung in großen Mengen abgeraten.
War der Huflattich 1994 noch Heilpflanze des Jahres, so wird heute angenommen, dass er aufgrund seiner Inhaltsstoffe lebertoxisch wirken kann.
Verantwortlich dafür sind sogenannte Pyrrolizidin-Alkaloide (PA), weshalb auf die länger andauernde Anwendung aus Wildsammlung verzichtet werden sollte.
 Mittlerweile existieren Zuchtformen, die frei sind von Pyrrolizidin-Alkaloiden und unter ständiger Kontrolle in Presssäften und Fertigarzneimitteln verarbeitet werden und somit unbedenklich sind.

Außerdem unbedenklich ist die äußerliche Anwendung von Tussilago. Hier entwickelt der Lattich adstringierende (zusammenziehende) und leicht antiseptische, erweichende und schmerzstillende Eigenschaften, die bei Hautentzündungen, Hautabschuppungen, Juckreiz und Furunkeln zum Tragen kommen.

Heilpflanze Oktober 2018 – Walnussbaum

Walnussbaum – ein Multitalent in Punkto Gesundheit

Früher hatten wir einen Walnussbaum im Hinterhof und ich erinnere mich gerne an das Klacken, wenn die Nüsse zu dieser Jahreszeit auf das Pflaster fielen.

Der laubabwerfende Baum ist ursprünglich in Mittelasien beheimatet und kam über den Mittelmeerraum schließlich nach Mitteleuropa. Er kann eine stattliche Höhe von bis zu 25 Meter erreichen und  wird oft an Sitzplätzen gepflanzt, weil der Geruch des ätherischen Öls in Blättern und Fruchtschalen Insekten und Ungeziefer vertreibt. Außerdem bietet sein Blätterdach Schutz vor Regen und Sonne.

Als Heilpflanze hatte die Walnuss bereits zu Zeiten der Römer große Bedeutung, sah man in ihr doch ein Prophylaxe-Mittel gegen die Pest. In der Volksheilkunde der damaligen Zeit wurde sie als blutflussstoppend und entzündungshemmend erachtet.

Heute weiß man, dass der Walnussbaum die reinste Apotheke ist. Verwendet werden nahezu alle Teile; Nüsse (auch die unreifen), Blätter, Nussschalen, ja sogar die sogenannten Kämben (Trennwände der Schalen) finden Verwendung zu Heilzwecken.

 

An erster Stelle steht wohl die Verwendung der Nüsse in der Küche.
Hier liefert uns die Walnuss wertvolle Vitamine und Spurenelemente.
Im Vergleich zu anderen Nüssen ist sie besonders reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Das Verhältnis zwischen Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren ist optimal und so schützt sie uns vor Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie senkt den Cholesterinspiegel, hier vor allem den schlechten LDL-Wert, wirkt blutdrucksenkend und entzündungshemmend. Davon abgesehen bietet sie noch viele andere wichtige Inhaltsstoffe, wie z.B. Eisen, Kalzium, Magnesium, Zink, Kalium und Pantothensäure, besser bekannt als Vitamin B5, welches maßgeblich an Entgiftungsmechanismen im Körper beteiligt ist und Allergien vorbeugt.
Auch wenn die Walnuss durch ihren hohen Fettgehalt sehr kalorienreich ist, sollte sie ihren festen Platz in ihrer Ernährung haben.

Hier ein leckeres schnelles Rezept für die Herbst/Winterzeit, probieren Sie es aus.

Feldsalat mit Apfelwalnussdressing

200g Feldsalat, gewaschen
150 ml Walnussöl
150 ml Apfelsaft
40 ml Apfelessig
40 g Walnüsse
1TL Salz
1TL Zucker
1 roter Apfel, mit Schale in kleine Würfel geschnitten

Alle Zutaten, ausser Feldsalat und Apfel im Mixer zu einer homogenen Masse zerkleinern.
Die Äpfel auf dem Feldsalat verteilen und das Dressing drüber, fertig!

Der nussige Geschmack vom Feldsalat passt besonders gut zum Apfelwalnussdressing, sie können aber auch jeden anderen Salat verwenden.
Ich mach` immer gleich doppelte Menge, hält sich ca. 1 Woche im Kühlschrank!

 

 

Zu Heilzwecken verwendet man in erster Linie die Blätter, welche im Juni geerntet werden und man als Teeaufguss sowohl äußerlich als auch innerlich nutzt. Die enthaltenen Gerbstoffe haben eine stark zusammenziehende Wirkung und helfen gut bei Hauterkrankungen und Problemen des Verdauungssystems.
Walnussblättertee als Umschlag oder Waschung findet seinen Einsatz bei:
Akne, Schuppenflechte, Ekzemen, Fußpilz und Warzen.

Wenn man der Signaturenlehre Glauben schenkt, ähnelt die geschälte Nuss dem menschlichen Gehirn, worauf sich seine gesundheitsfördernde Wirkung auf Gehirn und Nerven zurückführen lässt. Ihre hohe Menge an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und die enthaltenen polyphenolischen Verbindungen fördern die Konzentration, vertreiben Depressionen und müde Stimmungen und verhelfen dem Geist zu mehr Klarheit und Ausdauer.

Hier noch ein kleiner Schönheitstipp aus Cleopatras Schatzkiste.
Cleopatra wusste nämlich, dass der Walnussbaum einen natürlichen Farbstoff enthält, das Juglon.Der Name leitet sich von „Juglans Regia“ ab, dem lateinischen Wort für Walnussbaum.Sie benutzte  die Blätter und Schalen des Baumes  angeblich zum Haare färben.Sie können auch ihre Möbel damit färben oder eine biologischen Tinte zum Schreiben herstellen, probieren Sie es aus.

 

 

 

 

Heilpflanze September 2018 – Hopfen

Hopfen – Bier und Bettschwere

Humulus lupulus, der Hopfen, befällt – gemäß seinem Namen- wie ein Wölflein andere Pflanzen und rankt in rechtsgerichteten Spiralen an ihnen nach oben. Er wächst in unseren Breitengraden wild und klettert an allem hoch, was sich ihm als Halt bietet.

Zu Heil- und Brauzwecken wird er jedoch angebaut. Besonders in der Hallertau und in Tettnang sieht man die Hopfenstangen, die das Landschaftsbild dort prägen.
Leicht, wie schwebend, windet er sich in großer Geschwindigkeit dem Licht entgegen und wird bis zu 12 Meter lang.

Hopfen zählt zu den Hanfgewächsen und kommt ursprünglich aus Osteuropa.
Unterschieden werden männliche Pflanzen, die rispenartige Blüten bilden und weibliche Pflanzen, die zapfenartige Fruchtstände vorweisen, die als Hopfendolde bezeichnet werden.
Zum Bierbrauen und für Heilzwecke werden ausschließlich die weiblichen Dolden verwendet.
Geerntet, oder „gebrockt“, wie die Leute sagen, wird im September, kurz bevor die Blüte vollständig ausgereift ist.

Hopfen, Malz, Wasser und Hefe

Zur Bierherstellung wird Hopfen vermutlich seit dem 9. Jahrhundert verwendet. Anfänglich wurde er in Klostergärten kultiviert, da Bier als geschmackvolle Fastenspeise galt, die zum einen reich an Kalorien war und zum anderen die Sinne dämpfte, was unter Mönchen durchaus erwünscht war.

Arzneipflanze des Jahres 2007

Hildegard von Bingen verwendete die Pflanze hauptsächlich zum Konservieren von Getränken. Dass Hopfen müde macht, war zwar auch damals schon bekannt, aber das war eine eher unerwünschte Wirkung und die Äbtissin war gar der Meinung, er würde melancholisch machen.
Seine schlaffördernde Wirkung wird durch König Georg III belegt, der zeitlebens an Schlafstörungen litt und diese mit Hilfe von Hopfenkissen zumindest gelindert haben soll.
Hopfen genießt einen hohen Stellenwert in der Volksheilkunde, weshalb er 2007 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt wurde.
Neben ätherischen Ölen sind in den Hopfenzapfen auch Bitterstoffe, Gerbstoffe und Flavonoide, unter anderem mit östrogenartiger Wirkung, enthalten.
Das könnte vielleicht mit ein der Grund sein, warum Männern, die viel Bier trinken, im Laufe der Zeit kleine Brüste wachsen 😉

Heilwirkung

„Der Hopfen ist eine Pflanze, die den Rückzug symbolisiert“
– Roger Kalbermatten -.

Die größte Bedeutung hat Hopfen sicherlich in seiner Anwendung als Sedativum. Er wirkt schlaffördernd (vor allem in der Einschlafphase), beruhigend und entspannend. Besonders in Kombination mit Baldrian leistet er uns gute Dienste.
Durch seine östrogenähnliche Substanz wirkt er auf Frauen lustfördernd und auf Männer anphrodisisch (siehe die Mönche im Mittelalter). Bei Kinderwunsch kann er zur Fruchtbarkeitssteigerung der Frau verwendet werden.
Seine Bitterstoffe regen die Sekretion des Magens an und wirken so appetitanregend und verdauungsfördernd. Durch seine beruhigende Wirkung kann er deshalb gut bei nervösen Magen-, Darmerkrankungen genutzt werden.

Bitte beachten Sie, dass Hopfen bei längerer Einnahme alle Symptome des Östrogenüberschusses hervorrufen kann. Möglich wären Brustspannen, verstärkte Blutungen oder Gelenkschmerzen.

Auch kann es zu Magenbeschwerden und Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit kommen.

Deshalb ist es wichtig, keine Selbstversuche zu unternehmen und regelmäßige Behandlungspausen einzulegen.

 

 

Heilpflanze August 2018 – Beifuß

Beifuß – ein Allerweltskraut mit großer Wirkung

Eine Schönheit ist Artemisia vulgaris, wie Beifuß lateinisch heißt, nicht unbedingt. Das etwas in Vergessenheit geratene Kraut kann sich auf Grund seiner starken Heilwirkung allerdings durchaus sehen lassen.

 

 

Zu finden ist er an sonnigen, warmen und trockenen Standorten, an Wegrändern, Bahndämmen, auf Wiesen und Halden.

Besondere Ansprüche stellt er nicht, auf nährstoffreichen Böden wächst er besonders üppig, aber er ist auch mit einer kargen Mauerritze durchaus zufrieden.  

Traditionell wird  Beifuß vor allem an Weihnachten verwendet, wenn der Gänsebraten auf den Tisch kommt, weshalb er auch Gänsekraut genannt wird.
Aufgrund seiner Bitterstoffe sind die Blätter des Beifußes ein hilfreiches Gewürz bei fetten Mahlzeiten aller Art und so macht man sich seine verdauungsfördernde, die Magen- und Gallesaftsekretion anregende Wirkung zu Nutze.
In der Volksmedizin wird er bei Hämorrhoiden, Leber-und Gallebeschwerden oder Steinleiden verwendet.
Außerdem hat er eine leicht beruhigende Wirkung, weshalb er bei Nervosität angewendet werden kann.

 

 

Beifuß macht müde Beine munter

Seinen Namen Beifuß verdankt er dem Umstand, dass er bei schweren, geschwollenen Füßen hilft, weshalb sich in früheren Zeiten angeblich römische Soldaten, die lange zu Fuß unterwegs waren, Beifußzweige in die Stiefel gelegt haben. Heutzutage würde man eher auf Massageöl mit Beifußextrakt zurückgreifen.

Massageöl für müde geschwollene Beine:

Füllen Sie ein Glas mit Schraubverschluss mit Beifußblättern und –blüten und gießen Sie Mandelöl bis zum Rand dazu. Stellen Sie es für zwei Wochen an einen sonnigen Platz und schütteln Sie es von Zeit zu Zeit durch. Dann seihen Sie es in eine dunkle Flasche ab und stellen es kühl.

Reiben Sie sich die Beine damit ein nach einer anstrengenden Wanderung oder einem langen Tag im Stehen.

 

Weiberkraut – Beifuß

Als Mutter aller Kräuter wurde Artemisia von Walahfried Strabo, einem Abt von der Insel Reichenau, im Mittelalter bezeichnet. Man unterstellte sie dem Schutz von Göttinnen. Neben den griechischen Göttinnen Diana und Artemis war sie in Ägypten der Isis geweiht.

Jungfernkraut heißt es noch, weil es eine stark erwärmende, entkrampfende und durchblutungsfördernde Wirkung auf den weiblichen Unterleib hat.
Es befeuert die Beckenkraft, was speziell in Zeiten von Bewegungsmangel und dem Fehlen einer Beckenkultur in den westlichen Ländern mit einer ganzen Reihe von Frauenleiden zusammenhängen könnte.

Es wird verwendet bei schwacher oder ausbleibender Menstruation, zur Fruchtbarkeitssteigerung, bei chronischen Blasen- und Vaginalinfekten, bei hormonellem Ungleichgewicht sowie bei Beckenboden- und Blasenschwäche. Auch bei Endometriose kann Artemisa unter Umständen einen ersten Impuls zur Heilung geben.

 

 

Artemisia – eine alte Schamanenpflanze

Schon vor 70 000 Jahren wurde Beifuß bei Bestattungsriten verwendet. So kann er auch als Schwellenpflanze gesehen werden.
Als Räucherung unterstützt er das Trauern, Loslassen, Wandeln.
Und Schamanen benutzen ihn als Vorbereitung für ihren Seelenflug.

Ein im Schlafzimmer aufgehängter Kräuterstrauß soll Traum und Intuition fördern.

Moxakraut

In der traditionellen chinesischen Medizin wird Beifuß zur Moxibustion, kurz Moxen verwendet. Dabei werden kleine Kräuterkegel auf der Haut an bestimmten Akupunkturpunkten erwärmt, um das Qi anzuregen. Es gibt verschiedene Methoden, mit oder ohne Nadeln, direkt auf der Haut oder indirekt mit einer Scheibe Ingwer oder Knoblauch dazwischen.


In meiner Praxis moxe ich gerne den Bauchnabel von Patientinnen mit schwacher Menstruation oder allgemeinem Energiemangel und Kältegefühl.
Dabei wird der Bauchnabel mit Salz gefüllt und eine kleine Beifußkugel zum Glimmen gebracht.
Vorsicht: Nicht geeignet zur Selbstanwendung, um Verbrennungen zu vermeiden.

 

 

Beifuß in der Krebstherapie

Dass der einjährige Beifuß (Artemisia annua) bei Malaria erfolgreich eingesetzt werden kann, ist schon länger bekannt.

„Artemisia annua“ wirkt aber auch zerstörerisch auf besonders schnell wachsende Krebszellen, ohne gravierende Nebenwirkungen zu verursachen.

In diesem Fall werden die Patienten in Form von Infusionen behandelt.