Heilpflanze

Heilpflanze September 2018 – Hopfen

Hopfen – Bier und Bettschwere

Humulus lupulus, der Hopfen, befällt – gemäß seinem Namen- wie ein Wölflein andere Pflanzen und rankt in rechtsgerichteten Spiralen an ihnen nach oben. Er wächst in unseren Breitengraden wild und klettert an allem hoch, was sich ihm als Halt bietet.

Zu Heil- und Brauzwecken wird er jedoch angebaut. Besonders in der Hallertau und in Tettnang sieht man die Hopfenstangen, die das Landschaftsbild dort prägen.
Leicht, wie schwebend, windet er sich in großer Geschwindigkeit dem Licht entgegen und wird bis zu 12 Meter lang.

Hopfen zählt zu den Hanfgewächsen und kommt ursprünglich aus Osteuropa.
Unterschieden werden männliche Pflanzen, die rispenartige Blüten bilden und weibliche Pflanzen, die zapfenartige Fruchtstände vorweisen, die als Hopfendolde bezeichnet werden.
Zum Bierbrauen und für Heilzwecke werden ausschließlich die weiblichen Dolden verwendet.
Geerntet, oder „gebrockt“, wie die Leute sagen, wird im September, kurz bevor die Blüte vollständig ausgereift ist.

Hopfen, Malz, Wasser und Hefe

Zur Bierherstellung wird Hopfen vermutlich seit dem 9. Jahrhundert verwendet. Anfänglich wurde er in Klostergärten kultiviert, da Bier als geschmackvolle Fastenspeise galt, die zum einen reich an Kalorien war und zum anderen die Sinne dämpfte, was unter Mönchen durchaus erwünscht war.

Arzneipflanze des Jahres 2007

Hildegard von Bingen verwendete die Pflanze hauptsächlich zum Konservieren von Getränken. Dass Hopfen müde macht, war zwar auch damals schon bekannt, aber das war eine eher unerwünschte Wirkung und die Äbtissin war gar der Meinung, er würde melancholisch machen.
Seine schlaffördernde Wirkung wird durch König Georg III belegt, der zeitlebens an Schlafstörungen litt und diese mit Hilfe von Hopfenkissen zumindest gelindert haben soll.
Hopfen genießt einen hohen Stellenwert in der Volksheilkunde, weshalb er 2007 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt wurde.
Neben ätherischen Ölen sind in den Hopfenzapfen auch Bitterstoffe, Gerbstoffe und Flavonoide, unter anderem mit östrogenartiger Wirkung, enthalten.
Das könnte vielleicht mit ein der Grund sein, warum Männern, die viel Bier trinken, im Laufe der Zeit kleine Brüste wachsen 😉

Heilwirkung

„Der Hopfen ist eine Pflanze, die den Rückzug symbolisiert“
– Roger Kalbermatten -.

Die größte Bedeutung hat Hopfen sicherlich in seiner Anwendung als Sedativum. Er wirkt schlaffördernd (vor allem in der Einschlafphase), beruhigend und entspannend. Besonders in Kombination mit Baldrian leistet er uns gute Dienste.
Durch seine östrogenähnliche Substanz wirkt er auf Frauen lustfördernd und auf Männer anphrodisisch (siehe die Mönche im Mittelalter). Bei Kinderwunsch kann er zur Fruchtbarkeitssteigerung der Frau verwendet werden.
Seine Bitterstoffe regen die Sekretion des Magens an und wirken so appetitanregend und verdauungsfördernd. Durch seine beruhigende Wirkung kann er deshalb gut bei nervösen Magen-, Darmerkrankungen genutzt werden.

Bitte beachten Sie, dass Hopfen bei längerer Einnahme alle Symptome des Östrogenüberschusses hervorrufen kann. Möglich wären Brustspannen, verstärkte Blutungen oder Gelenkschmerzen.

Auch kann es zu Magenbeschwerden und Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit kommen.

Deshalb ist es wichtig, keine Selbstversuche zu unternehmen und regelmäßige Behandlungspausen einzulegen.