Heilpflanze

Heilpflanze Mai 2020 – Beinwell

Beinwell – der Knochendoktor unter den Heilpflanzen

Bereits sein Name lässt darauf schließen, wofür er hauptsächlich verwendet wird, der Beinwell oder „Symphytum offincinale“.
Symphytum kommt aus dem griechischen und bedeutet so viel wie „zusammenwachsen, zugeheilt“ und die deutschen Bezeichnungen „Beinwell“ oder „Wallwurz“ gehen zurück auf das Verb „wallen“, welches „zusammenwachsen“ bedeutet. Außerdem ist „Bein“ eine alte Bezeichnung für Knochen.

Er ist das Mittel der Wahl bei allen Erkrankungen des Bewegungsapparates, von Knochenbrüchen, Prellungen, Stauchungen und Zerrungen über Schleimbeutelentzündungen, Sehnen- oder Sehnenscheidenentzündungen bis zu Arthritiden, Gichtknoten und Thrombophlebitiden oder Nagelentzündungen.

Verantwortlich dafür sind seine Inhaltsstoffe.
Der „Wundallheil“, wie er noch genannt wird ist reich an Allantoin, Schleimstoffen, Gerbstoffen, B-Vitaminen, Kieselsäure sowie Pyrrolizidinalkaloiden. So wirkt er schmerzlindernd, entzündungshemmend, abschwellend, wundreinigend, wundheilend und durchblutungsfördernd.
Allerdings sollten sie ihn nur äußerlich anwenden, da die enthaltenen Pyrrolizidinalkaloiden

 lebertoxisch und kanzerogen wirken können.

Bekanntes Fertigpräparat, in dem Beinwell enthalten ist, ist die Kytta® Schmerzsalbe.

Aber auch die Eigenherstellung einer Beinwellsalbe für den Hausgebrauch ist recht unkompliziert.

Rezept für eine schnelle Beinwellsalbe

500g frische Beinwellwurzeln
70g   Lanolin (Wollfett)
½ l Olivenöl
20 – 25g Bienenwachs

Die Wurzeln vorsichtig waschen, trockentupfen und kleinschneiden.
Das Lanolin durch vorsichtiges Erwärmen schmelzen, dann das Olivenöl einrühren.
Die zerkleinerten Wurzeln zugeben und 30 min. unter ständigem Rühren köcheln lassen (nicht kochen!)
Danach die gesamte Masse mit einer Kartoffelpresse über einem Tuch auspressen.
Bienenwachs durch Erwärmen verflüssigen und in die Salbe einrühren.
Dann in ein Schraubglas gießen und verschließen.

Gekühlt 2 Jahre haltbar.

In vielen Gegenden war und ist die Wallwurz fester Bestandteil der Bauerngärten. Teilweise war sie nicht nur Heilpflanze, sondern auch Bestandteil von Speisen. Eingebacken in Teig wurde sie in der Schweiz als “Chüechli” gegessen. In Ostpreußen bekamen Lungenkranke und Schwindsüchtige Pfannkuchen, gebacken aus frisch gegrabenem Beinwell, Mehl und Honig. Eine wundheilende Wirkung wurde der Pflanze also nicht nur bei Gebrechen des Bewegungsapparates zugesprochen, sondern auch bei inneren Erkrankungen, wie beispielsweise Lungenleiden, Bluthusten, Durchfall und Geschwüren aller Art.

Unabhängig seiner Heilwirkung, eine schöne Gartenpflanze ist er allemal, der “Symphytum”.
Er ist ein Borretschgewächs und bevorzugt feuchte Plätze.
Wenn Sie ihn in Ihrem Garten kultivieren wollen, sollten Sie ihm allerdings einen abgelegenen Platz geben, da er stark wuchert.