Heilpflanze

Heilpflanze Mai 2019 – Gänseblümchen

Er liebt mich, er liebt mich nicht…

Als Liebesorakel ist das Gänseblümchen auch heute noch bei Kindern bekannt.
Und als Kinderheilmittel wurde es über die Jahrhunderte verwendet.
Gänseblümchenkränze wurden den Kindern unters Kopfkissen gelegt bei Husten, Bauchweh und Blasenleiden.
Auch bei Hauterkrankungen, wie Neurodermitis oder Ekzemen, kann es in Form von Umschlägen hilfreich sein.

Um auf seine Heilwirkung aufmerksam zu machen, wurde es im Jahr 2017 vom Naturheilverein Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres ernannt.
Seine Heilwirkung kann sich durchaus sehen lassen. Maßliebchen, wie es noch genannt wird, enthält Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und etwas ätherisches Öl, woraus sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten ergeben. So wirkt es:

stoffwechselanregend
schleimlösend
entzündungshemmend
abschwellend
wundheilend

 „Wenn du mit einem Fuß auf sieben Gänseblümchen treten kannst, dann ist Frühling“ – heißt es in England. Als Frühlingsanzeiger vertreibt es durch seine stoffwechselanregende Wirkung die Frühjahrsmüdigkeit.

Aufgrund seiner schleimlösenden Wirkung hat es durchaus Berechtigung in Husten- und Erkältungsteemischungen.

Das deutsche Wort erinnert an seinen häufigsten Standort, die Gänseweiden.

„Bellis perennis“, das Gänseblümchen  – was so viel heißt wie ganzjährig schön und sich darauf bezieht, dass der Korbblütler fast das ganze Jahr blüht. Haupterntezeit ist jedoch um den Johannitag (24.Juni), weil die Pflanze dann, auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung, ihre größte Wirkung entfaltet. Geerntet werden Blüten und Blätter, welche als Tee, Mazerat oder Tinktur zur innerlichen und äußeren Anwendung kommen.

Nicht nur hübsch anzusehen ist es, das Tausendschön, wie das Gänseblümchen noch genannt wird. Es symbolisiert auch Widerstandskraft  und Aufrichtung.
Auch wenn es getreten wird, erhebt es sich stets lächelnd auf`s Neue.

Auf emotionaler Ebene stärkt es das Vertrauen ins Leben, bringt in Fluss und hilft beim Loslassen von Überholtem.

 

Als Frauenpflanze zeigt uns das Mutterblümchen seinen Bezug zur Gebärmutter. Es wirkt gebärmuttertonisierend, menstruationsfördernd und entkrampfend, weshalb es bei Stockungen des Menstruationsflusses gute Dienste leisten kann.

Mir macht das Gänseblümchen ein frohes Gemüt und auch Heinz Erhardt hat sich des Gänseblümchens in einem Gedicht angenommen:

Ein Gänseblümchen liebte sehr
ein zweites gegenüber.
Drum rief`s: „Ich schicke mit `nem Gruß
dir eine Biene `rüber!“

Da rief das andere: „Du weißt,
ich liebe dich nicht minder,
doch mit der Biene, das lass sein,
sonst kriegen wir noch Kinder!“