Heilpflanze

Heilpflanze März 2019 – Huflattich

Endlich spitzelt er aus dem Boden und aus Mauerritzen – der Huflattich oder „Tussilago farfara“.

Als erster Blüher des Jahres wird er von mir jedes Frühjahr sehnlichst erwartet.

Zuerst zeigen sich die leuchtendgelben Blütenköpfe, welche an schuppig  behaarten Stengeln sitzen und nach Honig duften. Erst nach der Blüte erscheinen die herzförmigen Blätter,  die an der Unterseite weißfilzig („farfara“) behaart sind.
Er gehört zu den Korbblütlern und seine Blüten erinnern ein wenig an Löwenzahn.

Huflattich dürfte eine der ältesten Heilpflanzen bei Atemwegserkrankungen sein, worauf seine lateinische Ableitung  „Tussis ago“ = „ich vertreibe den Husten“ hinweist.

Schon in der Antike wusste man die Heilwirkung vom „Tabakkraut“, wie er noch genannt wird, zu schätzen. Das Rauchen der getrockneten Blätter war früher weit verbreitet, um Husten und Schweratmigkeit zu heilen. Nach Plinius wurden Huflattichblätter auf Zypressenkohle gelegt und durch einen Trichter eingesogen.

Bei Hieronymus Bock wurde der „Brustlattich“ als Umschlag bei Entzündungen und zur Eröffnung von Abszessen der Brust eingesetzt.

Vor allem die Blätter des Huflattich wirken schleimlösend, weshalb man ihn gut bei Erkältungen der oberen Atemwege, Brochitiden und Asthma als Tee oder Tinktur einsetzen kann.

Allerdings wird momentan von seiner Verwendung in großen Mengen abgeraten.
War der Huflattich 1994 noch Heilpflanze des Jahres, so wird heute angenommen, dass er aufgrund seiner Inhaltsstoffe lebertoxisch wirken kann.
Verantwortlich dafür sind sogenannte Pyrrolizidin-Alkaloide (PA), weshalb auf die länger andauernde Anwendung aus Wildsammlung verzichtet werden sollte.
 Mittlerweile existieren Zuchtformen, die frei sind von Pyrrolizidin-Alkaloiden und unter ständiger Kontrolle in Presssäften und Fertigarzneimitteln verarbeitet werden und somit unbedenklich sind.

Außerdem unbedenklich ist die äußerliche Anwendung von Tussilago. Hier entwickelt der Lattich adstringierende (zusammenziehende) und leicht antiseptische, erweichende und schmerzstillende Eigenschaften, die bei Hautentzündungen, Hautabschuppungen, Juckreiz und Furunkeln zum Tragen kommen.