Heilpflanze

Heilpflanze Juni 2019 – Stinkender Storchschnabel

Eine etwas in Vergessenheit geratene Heilpflanze ist der Storchschnabel oder auch stinkender Storchschnabel.
Zur Blütezeit von Mai bis Juli finden wir ihn an lichten Waldrändern oder auf Schotterwegen, aber auch in Mauerritzen und Pflasterwegen folgt er uns zusammen mit Brennnessel und Löwenzahn bis in die Städte.

Sein Aussehen ist eher unscheinbar. Er gehört zur Gattung der Geraniengewächse, worauf sein lateinischer Name „Geranium Robertianum“ schließen lässt. Die etwa 20 bis 50 cm hohe Pflanze besitzt hellrot bis kräftig karminrot gefärbte und oftmals mit hellrotem Streifen versehene Blüten, die zu zweit an einem behaarten Stil stehen. Der Fruchtstand erinnert an einen Vogelkopf und er blüht zur Rückkehr der Störche – weitere Hinweise auf seinen Namen.


Stinkt er oder riecht er?

Beim Zerreiben der Blätter entsteht ein etwas unangenehmer, bocks- oder wanzenähnlicher Geruch, worauf die Namen „Stinkblümli“ oder „Bockskraut“ deuten.
Ich mag seinen herben Geschmack und verwende ihn gerne im Wilkräutersalat zusammen mit Löwenzahn, Giersch, Knoblauchrauke und was der Garten sonst noch hergibt.


Lymphanregend und zur Borreliosebehandlung

Gottesgnadenkraut“ wird er noch genannt, weil die Pflanze im Mittelalter sehr geschätzt wurde wegen seiner Heilwirkung. Bei Hildegard von Bingen findet sie Erwähnung bei unerfülltem Kinderwunsch und Hieronymus Bock empfahl sie als Mittel bei Geschwüren und Wunden.
Sie wirkt stoffwechselanregend und fördert den Lymphfluss. Gute Dienste leistet sie nach Zeckenbiss zur Borreliosetherapie oder –prophylaxe.
Da Geranium Robertianum Gerbstoffe enthält, kann er bei Durchfall eingesetzt werden, ebenso bei Funktionsschwäche von Leber und Galle.

Für medizinische Zwecke nimmt man das Kraut und verarbeitet es zu Tinkturen, Tees und Medizinwein.


Fruchtbarkeitspflanze für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch

Kindsmacher“ wird der Storchschnabel noch genannt, weil er Phytoöstrogene enthält und damit eine wertvolle Frauenpflanze ist.
Vor allem bei traumatisch bedingter Kinderlosigkeit kann er eingesetzt werden, aber auch ohne traumatische Erlebnisse ist er das Mittel der Wahl. Dann werden am besten beide Partner behandelt in Form einer Teekur über mehrere Wochen.
Da der Storchschnabel auch entzündungshemmend wirkt, setzten ihn Hebammen gerne bei entzündeten Brustwarzen während der Stillzeit ein.


Notfallmittel erster Güte

Als „Traumapflanze“ wirkt der Storchschnabel bei akuten Schockzuständen innerhalb von Sekunden. Aber auch zur Behandlung von Blockaden infolge lange zurückliegender traumatischer Erlebnisse, oder begleitend zur Psychotherapie kann er eingesetzt werden.
Und einige Topfen der Urtinkur von Geranium in einer Schale Wasser reinigen die Atmospähre.