Heilpflanze

Heilpflanze Juni 2018 – Frauenmantel

Alchemilla – die Alchemistin

Jetzt sieht man sie, unscheinbar am lichten Waldrand oder auf feuchten Wiesen, die große Heilpflanze der Frauen.
Ihren Namen Frauenmantel , lateinisch „Alchemilla vulgaris“ verdankt sie ihren Blättern, die an einen wehenden Frauenmantel erinnern.

Botanisch gehört sie zu den Rosengewächsen, welche im übertragenen Sinn die Weiblichkeit fördern.  Nachts bilden sich geheimnisvolle Tropfen auf den Blättern des „Taubechers“, wie er noch genannt wird, welche sich in seinem Blattschoß sammeln und an die Leibesfrucht im Mutterbauch erinnern.

Die Alchimisten des Mittelalters sammelten den sich auf den Blättern bildendenden Tau, dachten sie doch, aus dem Wasser Gold gewinnen zu können. Aber es handelt sich lediglich um das aus den Poren ausgeschiedene Wasser, das bei Sonnenaufgang golden glänzt.

Pflanzenwirkstoffe

Gerbstoffe finden sich in den meisten Rosengewächsen, so auch im Frauenmantel. Sie wirken adstringierend, zu Deutsch zusammenziehend, weshalb er entzündungshemmend, blutstillend, antiseptisch, wundheilend und fiebersenkend wirkt.

Außerdem enthält er Flavonoide, welche zu den sogenannten antioxidativen Substanzen zählen, also krebswidrig sind.

Auf Grund seiner zusammenziehenden Wirkung kann er auch bei leichten Magen-, Darmbeschwerden eingesetzt werden, allerdings nicht ohne Rücksprache mit ihrem Arzt oder Heilpraktiker, weil er bei Überdosierung Verstopfung hervorrufen kann.

Schutzpflanze der Frauen

„Aller Frauen Heil“ wird sie im Volksmund genannt, was die besondere Bedeutung aufzeigt, die ihr bei Frauenleiden zugesprochen wird.
Sie wirkt hormonregulierend, krampflösend und antientzündlich, weshalb sie bei Menstruationsbeschwerden, PMS, Weißfluss, Unterleibsentzündungen, unerfülltem Kinderwunsch,  Wechseljahrs-
beschwerden und zur Vor-und Nachbereitung bei Geburten eingesetzt werden kann.

„Alchemilla steht für die Bejahung der weiblichen Rhythmen und des Frauseins“ (Roger Kalbermatten).

Auf emotionaler Seite hilft sie Frau zu Gelassenheit und Abgrenzung, aber auch alte Verletzungen zu heilen.

Die Gute breitet sich an meinem Gartenzaun aus und gibt mir ein Gefühl von „versorgt und behütet sein“.