Heilpflanze

Heilpflanze Dezember 2019 – Mistel

Mistel – Wunderpflanze der Druiden

Zur Wintersonnwende, am 21. Dezember, blüht sie die Mistel und widersetzt sich damit allen normale Wachstumsphasen der Natur. Sie ist eine außergewöhnliche Erscheinung in der Pflanzenwelt. Wo andere Pflanzen zum Keimen Dunkelheit brauchen, benötigt sie Licht. Und im Winter, wenn sonst fast alles kahl ist, reifen bei ihr die Früchte.
Die Samen in den Früchten dienen den Vögeln im Winter als Nahrung, weshalb die Mistel auch „Vogelmisterl“ genannt wird und von den Vögeln werden die Samen auch überall hin verbreitet.

Allheilmittel der Kelten

Die keltischen Druiden verehrten das „Hexenkraut“, wie die Mistel noch genannt wird, als Allheilmittel. Sie schnitten sie mit einer goldenen Sichel und fingen sie in einem Tuch auf, weil sie nicht zu Boden fallen durfte. Sie wurde für Zauberrituale genutzt und typischerweise verräuchert man sie zur Wintersonnwende, um Altes, was nicht mehr gebraucht wird, zu transformieren und das Licht zu begrüßen.

Sie wächst auf Laub- und Nadelbäumen und ist ein sogenannter „Halbschmarotzer“, was bedeutet, dass sie ihrem Wirt, dem Baum, auf dem sie wächst, Wasser und Mineralien entzieht. Da die Mistel auf Eichen relativ selten anzutreffen ist, war für die Kelten nichts heiliger, als eine Mistel, die auf einem Eichenbaum wuchs.
Außerdem ist sie eine „Zeigerpflanze“, zeigt sie doch an, wo sich Wasseradern kreuzen und sich Störfelder befinden.

Besondere Wuchsform

Sie scheint, wie schwerelos, im Himmel zu schweben, weshalb sie dem Element Luft zugeordnet wird.

Der runde, annähernd kugelige, immergrüne kleine Strauch verzweigt sich dichasial und seine paarigen Blätter erinnern ein wenig an lustige Hasenohren.

Ihre weißen Früchte sitzen in den Achseln der Zweige und auf die klebrigen Früchte bezieht sich auch ihr lateinischer Name „Viscum album“, wobei „Viscumklebrig bedeutet.  Aus den Früchten wurde traditionell Leim hergestellt, so bereitete beispielsweise Hildegard von Bingen Mistelschleim gegen Leberleiden zu.

Frauenheilpflanze Mistel

Das mondhafte Aussehen der weißen Früchte lassen erkennen, dass es sich bei der Mistel durchaus um eine Frauenheilpflanze handelt. So wird sie unter anderem angewendet bei unerfülltem Kinderwunsch. Auch Myome oder Endometriose fallen in das Behandlungsspektrum der Mistel.

Mistel in der Krebstherapie

Die Mistel hat eine große Heilwirkung, aber da sie leicht giftig ist, sollte sie nicht ohne therapeutische Begleitung angewendet werden.
So wirkt sie immunmodulierend und blutdrucksenkend. Verantwortlich dafür sind vor allem die in ihr enthaltenen Mistellektine. Auch hat sie stoffwechselanregende Eigenschaften und kann bei Arteriosklerose und rheumatischen Beschwerden zum Einsatz kommen. 

Ihre Anwendung in der Krebstherapie geht zurück auf den Anthroposophen Rudolf Steiner.
Er erkannte Parallelen zwischen dem Schmarotzertum der Mistel und einem Krebsgeschwür und war der Meinung man müsse Gleiches mit Gleichem behandeln.
Die Misteltherapie als Begleitbehandlung bei einer Krebserkrankung  ist mittlerweile gut erforscht und es gibt zahlreiche Studien über ihre positive Wirkung.
Mistelpräparate zur Krebstherapie sollten allerdings in Form von Spritzen verabreicht werden und gehören in die Hände erfahrener Therapeuten.