Heilpflanze

Heilpflanze April 2020 – Schlüsselblume

„Wo Schlüsselblumen wachsen, tanzen nachts die Elfen“ – sagen die Indianer!

Einer Legende nach entstand der „Himmelsschlüssel“, wie die Schlüsselblume noch genannt wird, als der Schlüsselbund des Petrus auf die Erde fiel und aus ihm die Schlüsselblume erwachsen ist. Dieser war ihm vor Schreck entglitten, als er hörte, dass Unholde einen Nachschlüssel für die goldene Pforte des Himmels haben anfertigen lassen, um in diesen hineinzugelangen.

Ihr lateinischer Name „Primula veris“ heißt so viel wie: Die erste des Frühlings; und so schließt die Märzblume, wie sie noch genannt wird, das Tor zum Frühling auf.

Die Schlüsselblume zählt zu den Primelgewächsen und man findet sie  vorzugsweise auf feuchten Wiesen. Die ca. 10 cm hohe Pflanze besitzt einen kräftigen, kurzen Wurzelstock, sowie grundständige, längliche bis eiförmige Blätter, die an ihrer Unterseite behaart sind und in Rosettenform angelegt sind. Ihre typischen gelben Blüten sind in Dolden zusammengefasst.

Die Blüten geben einen aromatischen süßlichen Geschmack ab und schmecken besonders gut zum Obstsalat oder im Honig.

Früher behaupteten die Kräuterkundigen, dass man durch den Gebrauch der Wiesen-Schlüsselblumen schön würde. Man glaubte, sie entfernen Falten und Sommersprossen und zusammen mit Leinsamenöl heilen sie Verbrennungen.

Sie wurde wegen ihrer lindernden Wirkung als Antikrampf– und Beruhigungsmittel angewandt. In Gegenden auf dem Land ist der Himmelschlüssel-Wein noch eine hausgemachte Spezialität, obwohl er ursprünglich für die Behandlung von Schlaflosigkeit hergestellt wurde.

 

Hildegard von Bingen ist die Erste, die die Schlüsselblume in ihren Werken erwähnt. Laut der Äbtissin sei die Pflanze warm, weil sie von der Sonne gestärkt werde und sie vertreibe deshalb Schwermut und Melancholie.

 

Heut zählt die Schlüsselblume zu den klassischen Heilpflanzen bei Atemwegserkrankungen.

Sie wirkt als Expektorans (Hustenlöser) bei Erkältungskrankheiten, grippalen Infekten, vor allem bei trockener und chronischer Bronchitis, Keuchhusten und bei Asthma als Antikrampf– und Beruhigungsmittel.

Verwendet werden hauptsächliche die Wurzeln, aber auch Blüten und Blätter können  zu Tee und Tinktur verarbeitet werden .

 

Bekanntestes Fertigpräparat, das “Primula veris” enthält, ist Sinupret®, welches häufig zur Behandlung von Entzündung der Nasennebenhöhlen eingesetzt wird.